Der Kapitalismus bei Marx, Piketty und Bontrup

19. Mai 2014  Theoretische Beiträge

Beitrag von Dr.Peter Behnen

 

Der Ökonom Thomas Piketty hat Furore gemacht. Sein Buch „ Kapital im 21. Jahrhundert“ wurde ein Bestseller, die amerikanische Ausgabe wurde von vielen englischsprachigen Publikationen nicht nur zur Kenntnis genommen sondern   viele Autoren widmeten Pikettys Thesen einen breiten Raum. Der Nobelpreisträger für Ökonomie Paul Krugman zum Beispiel meint, das Buch werde unser Denken über die Gesellschaft und Ökonomie nachhaltig verändern.  Auch deutsche Medien zogen inzwischen nach, obwohl das Buch erst im Oktober 2014 in deutscher Sprache erscheinen soll. Das Cover des Buches erinnert an „Das Kapital“ von Karl Marx und der Altmeister des Neoliberalismus Hans-Werner Sinn stellt fest: „ Das Buch erinnert an Karl Marx, Piketty hat einen ähnlich  emotionalen Schreibstil und er benutzt eine ähnliche Theorie.“(1)   Auch andere Ökonomen in der Bundesrepublik haben sich zu Wort gemeldet. Beispielsweise sei das Mitglied des Sachverständigenrates Peter Bofinger genannt. In einem Spiegel-Interview wirft er Piketty vor, einer Reihe von Fehlschlüssen zu unterliegen und eine Theorie vorzulegen, in der Theorie und Empirie weit auseinanderklafften.(2) Ganzen Beitrag lesen »

Das Memorandum 2014

30. April 2014  Kommentare

Ein Kommentar von Dr.Peter Behnen

Die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik gibt jedes Jahr ein Memorandum zur wirtschaftlichen Lage und Wirtschaftspolitik der Bundesrepublik heraus. Das Memorandum 2014 trägt die Überschrift    „Kein Aufbruch-Wirtschaftspolitik auf alten Pfaden.“ Die Autoren benennen zuerst die drängenden Probleme der Bundesrepublik, wie zum Beispiel die weiterhin hohe Arbeitslosigkeit und das große Ausmaß an prekärer Beschäftigung. Weitere Probleme sind kurz zusammengefasst: die verfallende Infrastruktur, eine zu niedrige Steuerquote, ein zu hoher Exportüberschuss, die gefährdete Energiewende, der Pflegenotstand, die Defizite im Bildungswesen, die stagnierende Lohnquote und die Schieflage in der Einkommens- und Vermögensverteilung. Bisher seien die Probleme verharmlost worden und seien auch nicht in den Fokus genommen worden, um keine Steuererhöhungen durchführen zu müssen. Ganzen Beitrag lesen »

Marx, Keynes und der heutige Finanzkapitalismus

26. April 2014  Theoretische Beiträge

Beitrag von Dr.Peter Behnen

Die aktuelle Diskussion in der politischen Linken über den Finanzkapitalismus ist geprägt durch die Auseinandersetzung, inwieweit die wirtschaftliche Entwicklung heute durch das Finanzkapital( Banken, Versicherungen, Hedge-Fonds, Equity-Fonds etc.) beherrscht wird oder nicht. Die These, der augenblickliche Kapitalismus sei finanzgetrieben, findet sich in verschiedenen systemkritischen Ansätzen. Dabei werden häufig nicht  der Kapitalismus an sich sondern die entfesselten und unregulierten Kapitalmärkte für die Probleme verantwortlich gemacht. Für eine realistische Positionsbestimmung und eine erfolgversprechende politische Strategie ist es deshalb von großer Wichtigkeit, sich über die theoretischen Grundlagen seiner Politik zu verständigen. Im Gegensatz zur Sichtweise bürgerlicher Positionen in Wissenschaft und Politik können es nicht historische Zufälligkeiten, menschliche Gier oder besondere gesellschaftliche Auswüchse sein, die die wirtschaftliche Entwicklung bestimmen sondern strukturelle Grundlagen dieser Wirtschaftsordnung. Umstritten innerhalb der Linken ist allerdings, von welchen strukturellen Grundlagen auszugehen ist, auf welcher theoretischen Basis also politische Lösungsvorschläge zu erarbeiten sind. Ganzen Beitrag lesen »